Herkulesaufgabe für den FC Vaduz

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Der bösartige Coronavirus hat die Challenge League Saison 2019/20 durcheinander gewirbelt und zu Wettbewerbsverzerrungen geführt. Dennoch hat der FC Vaduz den Aufstieg mehr als verdient.
von Wolfgang Altheide

Spiel- und Trainingsverbot für mehrere Wochen, Geisterspiele, keinen Absteiger. Normal ist so ein Saisonverlauf nicht. Aber der FC Vaduz hat eine Chance genutzt, die er vielleicht in einem normalen Spielbetrieb nicht vorgefunden hätte. Lausanne war bereits der Konkurrenz enteilt, plötzlich war das Frickteam auf Tuchfühlung zum Schweizer Kultclub mit dem grossen Budget. Verlor am 28. Spieltag durch eine 2:3 Niederlage wieder den Anschluss und kämpfte sich dann doch wieder an GC vorbei, die im letzten Spiel mit 0:6 gegen Winterthur einen peinlichen Saisonabschluss hinlegten. Wieder einmal der Beweis: nicht immer schiesst Geld die nötigen Tore, Teamspirit kann aber Berge versetzen.

Nichts ist planbar
Die Freude darüber, dass im Rheinparkstadion mindestens eine Saison Super League Fussball zu sehen ist, hält sich Coronabedingt noch in Grenzen. Zunächst gilt ein Verbot für Veranstaltungen von über 1000 Zuschauern, Gästefans sind (noch) nicht zugelassen. Finanziell ist nichts planbar, spektakuläre Transfers werden ausbleiben.

Sportlich trauen die Medien dem Liechtensteiner Überraschungsaufsteiger ohnehin nur eine Saison zu. «Da geht es uns wie Arminia Bielefeld, aber damit kann ich ganz gut leben», so Mario Frick bei der letzten Heimspielpressekonferenz der Saison. Wichtig ist in dieser Situation eine sinnvolle Transferpolitik. Sportchef Franz Burgmeier soll dem Vernehmen nach beim Scouting durch Daniele Polverino Unterstützung erhalten, was sinnvoll ist. Denn das auch «bezahlbare» Transfers möglich sind, zeigt das Beispiel Tunahan Cicek. Der in Arbon beheimatete schweizerisch-türkische Doppelstaatsbürger fiel bereits vor zehn Jahren den Verantwortlichen vom USV Eschen Mauren auf, als er noch bei m FC St. Gallen in der U21 Mannschaft unter Trainer Contini kickte. Und 2014 hatte ihn Mario Frick als Trainer des FC Balzers auf dem Radar, da wirbelte er bei Winterthur’s U21 die Gegner durcheinander. Nach den Stationen Boluspor, Schaffhausen und Xamax ist er für den FC Vaduz mit seiner Torgefährlichkeit ein Gewinn in der Mannschaft und den Trainer des «Coronajahres».